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deus sive natura oder eine wirtshausblüte..

Wo der weinselige Tiefsinn die Glaubensfrage stellt, fördert er meist zutage, was man den Pitheko-theismus nennen könnte.  Sein Erfolg verdankt sich der geistvollen Synthese von Evolutionstheorie und Kreationismus.  Für den Pitheko-theisten nämlich bedeutet es keinen nennenswerten Widerspruch, sich zu einem populären Jenseitsglauben zu bekennen, der, wiewohl bescheiden, „ganz sicher irgendwas“ nach dem Tode verspricht und andererseits,  jeden für ein Relikt des Mittelalters zu halten, der Welt und Mensch für eine Schöpfung Gottes hält.  Dieses Wunder vollzieht sich in der im christlichen Ritus bewährten Weise der Wandlung:  während der Kreationismus Gott selbst als Schöpfer in Erscheinung treten läßt,  wird er im Pitheko-theismus kurzerhand durch „den Affen“ substituiert.  Aus ihm tritt sprunghaft, sozusagen als Einbruch des Numinosen in die Kontinuität der natürlichen Entwicklung, „der Mensch“, samt seiner post-mortalen Grundausstattung, hervor, bereit seinen zu göttlichen Ehren gekommenen Ahnen jenseitig zu überflügeln.  Die Interpretation einer Theorie der unsterblichen Seele als Selektionsvorteil im Rahmen der Artentwicklung durch führende Pitheko-theisten steht allerdings  noch aus und wird allgemein mit großer Spannung erwartet...
19.1.08 15:19


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