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noch mehr kaffeehausquatsch..

W. Benjamin hat uns ein schönes Stück über den Feigenfraß hinterlassen – es handelt von den Ambivalenzen des erotischen Obstrausches, von Geilheit, Gier und Übersättigung – kurz von den bekannten Konstituenten des gastronomischen Rotlichbezirkes, dem ein Deutscher in mediterranen Gefielden wohl leicht verfallen mag.. Unsereins muß sich, in einer Klimazone gestrandet, in der es schon weh tut nur vor die Tür zu gehen, mit dem mehlspeistechnischen Analogon zum coitus interruptus begnügen. Ich denke dabei etwa an die landesübliche Sachertorte – und im Speziellen an jene, die man in der Aida vorgesetzt bekommt. Man folgt dort generell den Idealen gemäßigter Selbstzucht - der Schriftzug bereits das rezente „meden agan“ örtlicher Tortenkultur. Eher ein harmloses Anmierlokal, ohne die garstigen Separees, in denen Benjamins Feigen beheimatet sind. Das beginnt schon bei der üblichen Keilform der Mehlspeis, durch die sich ein indirekt proportionales Verhältnis von Portionsgröße und –quantum ergibt: je weniger Torte, desto größer das aufgespießte Stückl. Das entspricht bereits von der Anlage her eher einem scholastischen Zugang: quasi negative Theologie und ein Mehlspeisgott, der mit zunehmender Abwesenheit an Präsenz gewinnt. Freud hat übrigens den coitus interruptus für den Ursprung der neurotischen Angst gehalten.. – ich meine dagegen, man sollte über den Winter wenigstens nach Italien ziehen.

 


 

28.1.07 23:27
 


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